Blockfloetenorchester

Das Blockflötenorchester der Bonhoeffer-Gemeinde

Wenn viele Blockflöten zusammen klingen, gibt es ein besonderes Phänomen: Die Schwingungen der einzelnen Töne verbinden sich zu einem gemeinsamen Ton, anders als wenn nur 2, 3 oder 4 Flöten zusammen klingen. In so einem großen Klangkörper zu sitzen und Teil davon zu sein, ist ein tolles Erlebnis.

Für mich ist es immer wieder faszinierend, mit diesem Klangkörper zu arbeiten. Die größte Freude habe ich, wenn das Orchester so klingt, wie es möglich ist, wenn alle Mitglieder hellwach und konzentriert sind und Teil des Ganzen: dann ist die Intonation sauber, die Rhythmen sind präzise, die Artikulation differenziert, die Einsätze kommen pünktlich, die einzelnen Stimmen werden gestaltet und alle hören allen zu.

Bis zu so einem Ergebnis vergehen oft viele arbeitsreiche Stunden, aber auch der Weg und der Entwicklungsprozess machen Freude und sind einfach Teil des Musizierens.

Das Orchester hat etwa 20 Mitglieder, selten sind alle gleichzeitig da. Wir suchen auch noch neue Mitglieder und würden gerne mehr große, tiefe Flöten im Orchester haben, um das Klangspektrum zu erweitern. Wie bei einer Orgel können dann verschiedene Register „gezogen“ werden.

Einige Mitglieder sind flexibel einsetzbar und können nach Bedarf zwischen allen Flöten wechseln, manche bevorzugen in einer einzigen Stimmgruppe zu bleiben, auch das ist möglich. Einige haben im Laufe der Zeit Lust und Mut bekommen, etwas Neues auszuprobieren und sich auch neue Flöten angeschafft. Dieses Engagement bringt natürlich das ganze Orchester voran.

Auch beim Notenmaterial gibt es die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad individuell anzupassen, einzelne Stimmen können vereinfacht und dank einiger versierter Mitglieder sogar die Noten per Computerprogramm umgeschrieben werden. So kann z.B. jemand, der noch nie Bassflöte spielte, die Bassstimme auch im Violinschlüssel bekommen… (später lernt man es dann schon und es ist alles gar nicht so schwer.)

Wir stellen neuen Mitgliedern keine Bedingungen, es kann jede(r) gerne mitmachen. Für Einsteiger stehen einige Tenor- und Bassflöten als Leihinstrumente zur Verfügung.

Das Repertoire
Im Laufe der Jahre haben wir uns ein großes Repertoire erarbeitet. Die erklärte Lieblingsmusik des Orchesters ist die Consortliteratur der Renaissance, z.B. Tänze wie die von Praetorius, Caroubel, Phalèse, aber auch polyphone Werke von Schein, Byrd, Holborne, Gabrieli, Monteverdi u.a.

Natürlich spielen wir auch gerne Barockmusik, z.B. Bearbeitungen von Orchesterwerken von Vivaldi, Bach und Händel. Es ist oft überraschend und originell, bekannte Stücke in einer Version für Blockflötenorchester zu spielen und zu hören, z.B. die Vier Jahreszeiten oder Das Weihnachtsoratorium.

Sehr reizvoll finde ich für das Flötenorchester Arrangements von internationaler Folkloremusik. Die Stücke sind oft rhythmisch anspruchsvoll und das Orchester hat dabei große rhythmische Fortschritte gemacht. Bei solchen Gelegenheiten mache ich in den Proben gerne rhythmische Übungen mit Bodypercussion, das bedeutet mit Körperklängen wie Klatschen, Schnipsen, Stampfen und Singen oder Sprechen. Und natürlich verwende ich auch gerne Trommeln als Begleitinstrumente.

Auch die neue Musik darf nicht fehlen. Beim Kennenlernen neuer und experimenteller Spieltechniken erweitern alle ihre spieltechnischen Fähigkeiten und ihren musikalischen Horizont. Das Spielen im Flötenorchester macht nicht nur Spaß, es trainiert auch Konzentration, Gehör und Gehirn!

Für noch ältere Musik des Mittelalters sind Blockflöten wunderbare Instrumente. Auch bei dieser Musik werden die Hörgewohnheiten zuweilen herausgefordert. Das Einlassen in diese oft meditative Klangwelt lohnt sich sehr.

Außerdem haben wir Arrangements von Pop- und Filmmusik und Ragtime gespielt, z.B. „Fluch der Karibik“, „Der Entertainer“ und „Take five“.

Auftritte und Konzerte
Das Blockflötenorchester veranstaltet mindestens ein Konzert im Jahr mit Musik zu einem bestimmten Thema.

Oft haben wir dann einen besonderen Gast eingeladen, z.B. eine Tänzerin, die im historischen Kleid zu unseren Tänzen aus Renaissance und Barock getanzt hat, ein anderes Mal eine Sängerin, die irische Lieder mit Flötenbegleitung gesungen hat oder eine Schlagzeugerin, die das rhythmisch betonte Programm akzentuiert hat.

Wir schätzen die Kirche der Bonhoeffer-Gemeinde als wunderbaren Konzertort, wo man auch gesellige Pausen mit Wein und kleinen Snacks und den Austausch mit dem Publikum genießen kann. Je nach Programm spielen wir auch lieber in der Dreifaltigkeitskirche, wo die Akustik z.B. für Renaissance-Musik oder noch ältere Musik und doppelchörige Werke besonders geeignet ist.

Das Blockflötenorchester spielt mit bei verschiedenen Veranstaltungen der Kirchengemeinde, z.B. dem Adventsbasar, bei „Kaffee und Kantate“, bei der Taizé-Andacht am 23. Dezember und wirkt in 3-4 Gottesdiensten im Jahr mit.

Workshop
Vor unserem Sommerkonzert fahren wir als Flötenorchester ein Wochenende aufs Land – in diesem Jahr wieder in die evangelische Begegnungsstätte Hirschluch, etwa 45 Autominuten entfernt, um intensiv an unserem Konzertprogramm zu arbeiten. In dieser Zeit gehen wir nicht nur der Musik tief auf den Grund: ebenso wichtig ist das Zusammensein mit den Orchesterkolleginnen, der persönliche Austausch und das nähere Kennenlernen.

Wie oben schon erwähnt: Wir suchen noch Nachwuchs! Bitte kommen Sie vorbei, spielen Sie mit und lernen Sie uns kennen, wir freuen uns auf Sie!

 Repertoire

 

Hörproben

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